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In den 30er Jahren entstanden im Nordwesten der Stadt Hof umfangreiche Siedlergemeinschaften. Neue Wohnblocks wurden gebaut. Nach dem Krieg errichtete die Stadt für die Vertriebenen neue Straßenzüge. Die Luthergemeinde wuchs auf 6.000 Mitglieder an. Der Luthersaal im Lutherhaus reichte bei weitem nicht mehr aus. Der eigentliche Anlass für einen Kirchenbau aber kam durch eine größere Spende mit der Bestimmung "Für den Bau einer eigenen Kirche". Andere Gemeindeglieder beteiligten sich und spendeten auch für diesen Zweck.
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Am 21.01.1953 wurde unter der Führung von Pfarrer Ernst Hüner der "Kirchenbauverein Lutherhausgemeinde" gegründet, der sieben Wochen später schon auf 350 Mitglieder angewachsen war. Durch die vielen Spenden konnte schon bald der finanzielle Grundstock für die Kirche gewonnen werden. 425 Jahre nach der Einführung der Reformation in Hof und 25 Jahre nach der Einweihung des Lutherhauses konnte am Reformationsfest 1954, am 31. Oktober, die Neuhofer Gemeinde den Grundstein für die neue Kirche legen. Am 18.03.1956, am Sonntag Judika, erfolgte die festliche Einweihung der Lutherkirche durch Kreisdekan Oberkirchenrat Burkert aus Bayreuth. |
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Der Kirchenraum der Lutherkirche hat eine achteckige Form mit neun Metern Seitenlänge und wurde nach den Plänen von Architekt Robert Reißinger erbaut. Die Kirche besitzt einen Durchmesser von 22 m, die Höhe beträgt bis zur Decke 12 m und bis zum Giebel 16 m; sie bietet Platz für ca. 500 Besucher. Die vorhandene Form vermittelt einen geschlossenen Eindruck; sie will die Gemeinde wie zu einer großen Familie zusammenfassen.
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Durch die günstige Anordnung der Bänke fällt der Blick automatisch auf den Altarraum. Der Altarraum ist durch die Symbole der Verkündigung Kanzel und der Sakramente (Taufstein und Altar) in sich geschlossen, öffnet sich aber zugleich zur Gemeinde hin und bietet so eine optimale Form eines Gottesdienstraumes. Über dem Altar hängt die eindrucksvolle Schnitzerei des Münchner Künstlers Helmut Ammann, der die Jesusdarstellung schon 1937 für den Luthersaal herstellte. Sie zeigt einen jugendlichen, kräftigen Mann, der Entschlossenheit, Sicherheit, aber auh Güte und Liebe ausstrahlt. In diesem Kunstwerk wird kraftvolles Leben und bitteres Sterben gleichgewichtig dargestellt und zwingt den Betrachter zu ehrfürchtigem, anbetendem Stillewerden. |
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Links vom Altar steht die Kanzel, die aus akustischen Gründen etwas höher gestellt wurde, ohne dabei in Distanz zu den Zuhörern zu treten. Auch mit den Gottesdienstbesuchern auf der Empore kann der Prediger von der Kanzel aus Blickkontakt halten. - Der Kanzel gegenüber befindet sich ein einfach gestaltetes, auf der Altarstufe stehendes Evangelienpult.
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Im Altarraum steht auf der rechten Seite der Taufstein, mitten in einer harmonischen Sitzgruppe für die Täuflinge und ihre Angehörigen. Der Taufstein ist schlicht und doch sehr eindrucksvoll gestaltet. Auf dem umlaufenden Spruchband des Taufsteins stehen die Worte: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden (Mk. 16, 16).
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Beim Blick vom Altar nach rückwärts ist auf der Empore das Orgelwerk zu sehen, das auf 2 Manualen und Pedal 21 Register mit ca. 1.1000 Pfeifen zählt.
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12 Meter über dem Boden befindet sich eine kegelförmig aufsteigende, strahelnförmig gefelderte Holzdecke. Im Zentrum dieser Decke hebnt sich auf einem Strahlenkranz eine Taube ab. Die überdimensionale Größe der Taube in der Lutherkirche soll auf sie behütende und bewahrende Gegenwart Gottes hinweisen - hier in der Kirche und in der Gemeinde.
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"Christus als Weltenrichter" heißt das Mosaik über dem Eingangsportal in der gemauerter Rosette. Sein Anblick ermahnt zur Bereitschaft, da wir alle dem großen Gericht entgegengehen, und zur Freude, da der Heiland als Sieger kommt. Der niedrige Verbindungsraum zwischen dem Kirchengebäude und dem Turm enthält die Sakristei und einen kleinen Feierraum für etwa 20 Leute. Vom Architekten Reißinger wurde hier eine verschließbare Wandnische für einen Altarschrein vorgesehen. Der Coburger Künstler Meusel schuf vier reliefartige Holzschnitzereien: die Vertreibung aus dem Paradies, die Geburt Jesu, den Gebetskampf von Gethsemane un die Verkündigung der Auferstehung Jedu durch einen Engel.
Der Glockenturm der Lutherkirche ist 34 m hoch und wurde am 01.07.1955 fertiggestellt. Im Glockenturm befinden sih fünf Glocken, von denen jede eine Inschrift trägt, die ihre Bestimmung festlegt. Im Sommer 2003 hat die Kirche durch die Mithilfe vieler freiwilliger Helfer einen neuen Außenanstrich erhalten. (...mehr) |
Die Wandbilder in der Lutherkirche
© Lutherkirche Hof - November 2002